Praxis für Pathologie Vechta
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1. Makroskopischer Befund:
Befundbericht
Befundbericht
Der Pathologe beginnt die Untersuchung des eingesandten Gewebes mit der makroskopischen Beschreibung. Darin enthalten sind Angaben zur Entnahmelokalisation, Größenangaben, Angaben zur Konsistenz und Angaben zur Farbe des Gewebes, sowie gewebe- und tumorspezifische Beschreibungen.

Ein typischer makroskopischer Befund kann wie folgt lauten:
Dickdarmpolyp aus dem Kolon sigmoideum: 2 x 1,3 cm messender gestielter Polyp mit glatter Oberfläche und weicher Konsistenz, von braun-rötlicher Farbe. Gewebe geteilt und komplett eingebettet.

Im ersten Teil der Beschreibung werden die klinischen Angaben zur Entnahmelokalisation exakt wiederholt. Anschließend erfolgt die genaue makroskopische Beschreibung des Untersuchungsmaterials. Diese enthält für den Patholgen wichtige Informationen. Sehr häufig kann bereits bei der makroskopische Befundung (dies gilt für chirurgische Exzisionen) eine Einschätzung der Dignität der Läsion vorgenommen werden. Dies ist für eine  zeitgerechte Gewebeaufarbeitung von sehr großer Bedeutung, da bei bestimmten bösartigen Tumoren spezielle, zeitintensive Zusatzuntersuchungen für die exakte Tumordiagnostik notwendig sind. Die dadurch verkürzte Aufarbeitungszeit hat im wesentlichen zwei Vorteile: Kostenvorteile (durch Verringerung der Patientenliegezeit im Krankenhaus),  größere Patientenzufriedenheit (durch schnelle Befundsicherheit). Die Zusatzinformation – Gewebe geteilt und komplett eingebettet – dient der internen Qualitätssicherung im histopathologischen Labor.
2. Mikroskopischer Befund:
Der mikroskopische Befund enthält eine morphologische Beschreibung des in 5 µm dünnen „histologischen“ Schnittpräparaten aufgearbeiteten Gewebes (hier einen Dickdarmpolypen). Er enthält Beschreibungen zum Gewebe und deren Bausteine, den Zellen.

Ein typischer mikroskopischer Befund lautet wie folgt:
Polypenstruktur. Tubulo-villöse Wachstumsmuster. Epitheldysplasien leichten Grades. Leichtgradiges Rundzellinfiltrat, bestehend aus Lymphozyten, Plasmazellen und Histiozyten. Abtragungsränder frei von Epitheldysplasien. Keine atypischen Zellen.

Die mikroskopische Beschreibung enthält sehr viele Fachtermini, die nicht Bestandteil der Umgangssprache sind. Durch deren Gebrauch kann der Pathologe eine sehr nuancenreiche Beschreibung der Veränderungen wiedergeben. Sie dient der Kommunikation unter Pathologen wie zum Beispiel im Rahmen von Referenzuntersuchungen, dient aber auch der Qualitätssicherung.
3. Kritischer Bericht:
Der kritische Bericht enthält die durch die makroskopischen und mikroskopischen Untersuchung empirisch argumentativ aufgebaute Diagnose.

Für das vorliegende Beispiel lautet sie:
Tubuläres Adenom mit Epitheldysplasien leichten Grades im Colon sigmoideum. Abtragungsränder frei von Epitheldysplasien. Keine Malignität.

Der kritische Bericht enthält die Diagnose und die für den patientenbetreuenden Arzt wichtigen Informationen, ob die Veränderungen gutartig oder bösartig und ob gegebenfalls ergänzende chirurgische Maßnahmen notwendig sind.
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konzept & design: karl majert
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Letzte Aktualisierung: 10.09.2006
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