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Aufgaben der Pathologie |
Pathologen befassen sich nicht mit Mordopfern, wie alle glauben.
Vielmehr ist die Pathologie heute vorrangig für die Diagnose von vielen
Erkrankungen von Lebenden unerlässlich. |
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Was passiert in der Pathologie? |
Das was in der Pathologie Tag für Tag untersucht wird, ist meist viel
zu klein, um schaurig zu sein. Das Hauptwerkzeug des Arztes ist das
Mikroskop. An den Gewebeproben und den einzelnen Zellen kann der
Pathologe feststellen, ob Patienten Krebs haben oder unter welcher Art
Krankheit sie leiden. |
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Woher kommen die Proben und Präparate, die in der Pathologie untersucht werden? |
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1| Das Fahrerteam |
Durch chirurgisch tätige Ärzte, wie z. B. Chirurgen, Gynäkologen,
Urologen, Dermatologen oder auch Hals-Nasen-Ohren-Ärzte werden
krankhaft veränderte Organteile oder auch ganze Organe operativ
entfernt.
Um zu einer möglichst schnellen Diagnose zu kommen, ist es
unerlässlich, die Gewebeproben und Organresektate noch am gleichen Tag
weiter aufzuarbeiten. Ein Fahrerteam (Foto 1) holt die in speziellen
Gefäßen gelagerten Präparate täglich am Nachmittag und Abend aus den
Praxen und den Kliniken ab. |
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Wie können die Präparate eindeutig zugeordnet werden? |
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2| Erfassen der Präparate |
Nach dem Eintreffen in der Praxis für Pathologie in Vechta werden die
Präparate nummeriert, um sie eindeutig zu identifizieren und zuordnen zu
können (Foto 2). Anschließend werden die Patientendaten in das
Praxisinformationssystem aufgenommen und können von jedem Arbeitsplatz
am Computerterminal eingesehen werden. |
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Welche Bearbeitungsschritte sind notwendig, damit der Pathologe das Gewebe im Mikroskop begutachten kann? |
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3| Zuschneiden |
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4| Vorbereitung |
Zunächst müssen die diagnoserelevanten Gewebeareale vom Pathologen
zugeschnitten werden, da größere Gewebestücke oder Organe nicht
komplett untersucht werden können (Foto 3).
Das entnommene Gewebe wird anschließend in kleine Kunststoffkapseln
gelegt und mit der Identifikationsnummer beschriftet (Foto 4). |
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5| Entwässerung |
Um hauchdünne Schnittpräparate von dem Gewebe herstellen zu können ist
ein aufwendiger Verarbeitungsprozess notwendig. Zu Beginn ist eine
Entwässerung der Gewebeproben und anschließend die Perfusion mit
Paraffin notwendig. Dies erfolgt durch Automaten (Foto 5). Dieser
Aufarbeitungsprozess dauert je nach Gewebegröße 3 bis ca. 12 Stunden.
In der Regel erfolgt dieser automatische Prozess über Nacht. |
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6a| Entnahme |
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6b| Einbetten |
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6c| Verschließen |
Am darauf folgenden Morgen werden die Proben von den
medizinisch-technischen Assistentinnen (MTA‘s) weiterbearbeitet. Um zu
einer möglichst zeitigen Diagnose zu kommen, beginnt der Arbeitstag für
die MTA‘s bereits um 5 Uhr in der Früh.
Die in dem Automaten
vorbehandelten Gewebeproben werden zunächst aus den Kapseln entnommen
(Foto 6a), anschließend in ein Metallförmchen gelegt (Foto 6b), mit der Kapsel bedeckt (Foto 6c), mit flüssigem
(erhitztem) Paraffin komplett gefüllt (Foto 6d) und schließlich auf einer
Kühlplatte zu einem Blöckchen abgekühlt (Foto 6e), das dann entnommen
werden kann (Foto 6f). |
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6d| Paraffinfüllung |
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6e| Abkühlung |
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6f| Entnahme des Blocks |
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7| Schneiden |
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8a| Detail Mikrotom |
Diese im Paraffin enthaltenen Gewebeproben werden anschließend
tiefgekühlt (bei ca. -10 bis -15 Grad ) und danach in einer speziellen,
extrem scharfen Schneidevorrichtung (Mikrotom) weiterbearbeitet (Foto
7). Mittels des Mikrotoms werden von diesen Paraffinblöckchen
hauchdünne Präparate angefertigt, die etwa 4 bis 5 Mikrometer dünn
sind, das ist etwa 25 bis 30 mal so dünn wie ein normales
Schreibpapierblatt (Foto 8a). |
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8b| Strecken |
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8c| Aufziehen |
Diese hauchdünnen Präparate werden anschließend in einem beheizten
Wasserbad gestreckt (Foto 8b) und auf einen Glasobjektträger (Foto 8c)
aufgezogen. |
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9| Paraffin entfernen |
Um das hauchdünn geschnittene Gewebe auf dem Objektträger weiter
bearbeiten zu können, ist zunächst die Entfernung des Paraffins
notwendig. Dies erfolgt durch Wärme und durch chemische Prozesse (Foto
9). |
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10| Färbung |
Nach erfolgter Entparaffinierung werden die Präparate, je nach
Fragestellung, in Färbeautomaten gefärbt (Foto 10). In der Pathologie
gibt es mehrere hundert histochemische Färbungen, die unterschiedliche
Gewebe- und Zellstrukturen wie auch anorganische Substanzen (z. B.
Eisen, Kupfer) färben können. In der Regel kommt der Pathologe im
Rahmen der normalen Diagnostik mit etwa 15 bis 20 im Routinebetrieb aus. |
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11| Abdecken |
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12a| Säuberung |
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12b| Zuordnung |
Nachdem die Schnittpräparate im Färbeautomaten gefärbt wurden, müssen
sie durch hauchdünne Deckplättchen abgedeckt werden, damit ein
Abwischen der Präparate vermieden wird. Auch dies erfolgt durch
Automaten (Foto 11). Anschließend werden die fertigen Präparate von den
MTA‘s gesäubert und den einzelnen Fällen zugeordnet (Fotos 12a und 12b). |
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13| Befundung |
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14| Systemeingabe |
Die Befundung der Präparate erfolgt durch den Pathologen (Foto 13). Die
jeweiligen Diagnosen werden auf einen Datenträger diktiert und
anschließend von den Sekretärinnen in einem
Pathologieinformationssystem geschrieben (Foto 14).
Nach Durchsicht der geschriebenen Diagnosen durch den Pathologen werden
die Befunde gedruckt und den einsendenden klinischen Kollegen zugesandt.
In der Regel beträgt die Dauer zwischen der Gewebeentnahme und der
Erstellung des Befundberichtes mit Übermittlung an den einsendenden
Arzt etwa 20 Stunden. Diese Zeitspanne kann sich verlängern bei
notwendigen zusätzlichen Untersuchungen. |
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15| Präparatearchiv |
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16| Befundarchiv |
Nachdem die histologischen Schnittpräparate befundet worden sind,
werden sie in speziellen Schränken sortiert und archiviert, so dass
auch noch nach 3, 5, 8 oder 10 Jahren die Präparate für
Vergleichsuntersuchungen vorhanden sind (Foto 15). Auch die gedruckten
Befunde werden über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren in der
Praxis aufbewahrt (Foto 16). |